Strategie - Taktik
Strategie und Taktik sind in der realen Selbstverteidigung unerlässlich und spielen eine entscheidende Rolle. Insbesondere auch in den Kursen im Bereich der Selbstbehauptung - Selbstverteidigung.
Die griechischen Begriffe "Strategie / Taktik" differenzieren sich in ihrer Wortbedeutung. Jedoch spielen diese Differenzierungen in der realen Selbstverteidigung eigentlich keine grosse Rolle (im Gegensatz zu einem gezielten Grosseinsatz von Sicherheitskräften).
In der realen Selbstverteidigung steht der Begriff dafür, dass ein Handeln, ein Vorgehen zielgerichtet und festgelegt ist um ein Ziel zu erreichen. (Das schliesst auch die griechische Wortbedeutung der beiden Begriffe ein).
In der Selbstverteidigung findet die Strategie und Taktik ihren Einsatz, in dem eigentlich nach Möglichkeit in jeder Situation gezielt und durchdacht vorgegangen werden sollte. Da die Krisensituationen manchmal auch sehr schnell, überraschend - überfallmässig auftreten können, muss in der Selbstverteidigung ein festgelegtes Vorgehen eintrainiert werden, dass fast reflexartig umgesetzt und eingesetzt werden kann.
Die Strategie und Taktikumsetzung in der Selbstverteidigung bestehen manchmal nur aus scheinbar Kleinigkeiten, aber sie sind dennoch von entscheidender Bedeutung, wie z.B. ein bestimmtes Verhaltenstraining in der Konfrontation mit Gruppengewalt, dem Positionieren in kritischen Situationen, dem Erkennen von Gruppendynamik, dem Abstandhalten, dem schnellen Handeln - Angreifen, dem Flüchten.....usw. Rundum gesagt, ist eigentlich jedes Vorgehen welches durchdacht, reflektiert und eintrainiert und umgesetzt wird um ein Ziel zu erreichen ein strategisch - tektisches Handeln.
Folgend einige mögliche Beispiele für Situationen in denen Taktik und Strategie zum Tragen kommen.
Wichtig ist, dass sicherlich immer eine Grundstrategie - Taktik angewendet werden kann, allerdings muss der Verteidiger sich auch immer auf eine Flexibilität der anzuwendenden Taktik - Strategie einstellen können.
| Situation | Strategie - Taktik | Ziel |
| Eine Gruppe Jugendlicher provoziert Passanten und beginnt gewalttätig zu werden. | Wenn möglich und Aussicht auf ein Schlichten und Unterbinden eine Eskalation besteht die Situation zu entschärfen und schlichten. Wenn das nicht als erfolgversprechend eingeschätzt wird, versuchen Abstand zu halten. Den Weg der Gruppe nicht zu kreuzen. Sofort telefonisch Ordnungskräfte alarmieren. | Eskalation Verhindern. Verstärkung zur Unterbindung der Gewalt organisieren. |
| Ein Angreifer baut sich vor mir auf und bedroht mich verbal und es ist mit einem Angriff zu rechnen. | Die Hände in Position als beschwichtigungsgeste bringen. Optionsmöglichkeiten als Gegenangriff (gezielter Angriff von Vitalpunkten ausmachen). Wenn möglich in sicheren Abstand des Angreiffers gehen, oder aus der Frontalstellung sich tendenziell in eine seitliche Stellung des Angreiffers gegenüber begeben. Bei einem möglichen Angriff sofort in die seitliche Stellung, oder ausweich Aktion zum Angreiffer zu bewegen - begeben. | Aus der unmittelbaren Gefahrenzone entfernen. Sich eine optimale Position für einen Gegenangriff zu schaffen. |
| Ein Auto (Fremder) hält an und ruft das Kind zu sich um etwas zu fragen oder dem Kind etwas zu zeigen. | Nicht nahe zum Auto gehen. Abstand halten. (Gefahr dass man ins Auto gerissen wird, wenn man zu Nahe am Auto steht). Weitergehen ohne zu antworten (Erwachsene Autofahrer müssen nicht von Kinder informationen einholen). Antworten: "Fragen sie jemand anderen" und weitergehen und möglichst Schutz bei erwachsenen Personen oder einer Gruppe anderer Kinder suchen. Anschliessend der Vorfall einer erwachsenen Person melden. Den Vorfall ggfls. der Polizei weter melden. | Abstand zwischen der möglichen Gefahrenperson herstellen, so dass er keine Chance hat zu zu packen. Sich schnellstens aus der Gefahrenzone bewegen und sich in eine sichere Umgebeung begeben. |
| Ein oder zwei Personen stellen sich um einem. Werden aufdringlich. Schupsen oder bedrohen einem und fordern dazu auf, das Natel oder das Geld rauszurücken. | Offene Hände zur beschwichtigenden Geste hochheben. Ruhig und beschwichtigend reden. Täter einschätzen (Kräftig, Gross, Brutal, Kulturkreis, Bewaffnet, Anführer - Mitläufer). Umgebung wahrnehmen (Einsam, Belebt). Idealer Fluchtweg abwägen - ausschauen. Eventuell (zum Schein) Geldbörse oder Natel rausnehmen und aushändigen, oder blitzschnell Gegenstand einem Angreifer ins Gesicht werfen und dem anderen blitzschnell einen gezielten Schlag oder Tritt (Vitalpunkt) z.B. Nasenbein, Unterleib, Kniescheibe, Halsschlagader, Ohren versetzen und gleichzeitig laut schreien. (Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit für mögliche Hilfe und Zeugen schaffen). Anschliessend u.U. dem ersten Täter ebenfalls gezielte Schläge oder Tritte an einen Vitalpunkt versetzen. Anschliessend sofort flüchten und sich aus der Gefahrenzone begeben. Den Vorfall umgehend der Polizei melden. | Durch Überraschungsangriffe sich schadlos aus einer kritischen Situation entfernen können. |

